Samstag, 13. September. Ein trüber Morgen in Walting. Gestern war es spät geworden. Wenn man den Blick durch die Runde schweifen ließ, sah man in teilweise sehr verschlafene Gesichter. Nach der für Manchen viel zu kurzen Nacht und mehr oder weniger ausgiebigem Frühstück standen jetzt alle abwartend auf dem Kies des Hotelhofs. Über der gesamten Gruppe schwebte die Frage: „Was wird wohl heute auf uns zukommen?“
Überraschungen waren wir bei den mittlerweile schon traditionellen Ausflügen zum Unternehmensgeburtstag bereits gewohnt. Aber heute war es irgendwie besonders spannend. Konnte man bei diesem unfreundlichen Wetter den gestrigen Tag noch übertreffen? Zuerst war da ein dreistündiger Kanuausflug auf der Altmühl (nass und spaßig), dann am späteren Mittag ein spontanes Fußballmatch (ok, es gab auch noch ein paar Volleyballer und Saunagänger) und danach ein gemütliches Abendessen im Blockhaus des Hotels, unterbrochen durch eine Schnapsverkostung in der hauseigenen Brennerei.
10:00 Uhr unser „Activity-Guide“ erschien mit allerlei Seilen, Karabinern und anderen Ausrüstungsteilen die den wenigen Klettererfahrenen unter uns durchaus vertraut waren. Er weite uns in einen Plan ein, der mit durchaus skeptischen Blicken beantwortet wurde. Wir sollten gemeinsam die Altmühl überqueren, auf einer Brücke, die wir nur aus Seilen, Brettern und LKW-Schläuchen selbst bauen sollten. Innerhalb von 1,5 Stunden!
Mit dem Bus ging es ein Stück flussabwärts. Dort war die Altmühl etwa 15 Meter breit. Durch eine Untiefe wurde kurz vor der für unseren „Brückenbau“ auserkorenen Stelle eine Wasserwalze erzeugt. Das Auengras war feucht und die Temperaturen waren im unteren erträglichen Bereich. Insgesamt herausfordernde Voraussetzungen für unser Vorhaben.
Nach einer kurzen Phase der Ratlosigkeit gewannen schnell unsere Beratungs- und Problemlösungskompetenzen die Oberhand. Schnell war die Gesamtaufgabe in einzelne Bestandteile zerlegt und Teams für deren Lösungen gebildet. Nachdem das Team „Vorhut“ unter Einsatz von „Leib und Leben“ auf einem wackeligen Floß das Führungsseil auf der anderen Seite des Flusses an einem Baum befestigt hatte, gab es kein Halten mehr. Da wurde ein Pylon nach dem anderen gefertigt und zu Wasser gelassen. Die nicht immer trockene Aufgabe die Pylonen aneinander und am Führungsseil zu befestigen wurde souverän in Angriff genommen und nach nicht allzu langer Zeit war das Werk vollendet.
Doch die größte Herausforderung für den einen oder anderen Stand noch bevor. - Über die Brücke auf die andere Seite der Altmühl zu gelangen. Das Vertrauen in das Bauwerk war unterschiedlich ausgeprägt. Manche brachten den Weg mit viel Optimismus und teilweise traumwandlerischer Sicherheit hinter sich und bei einigen brauchte es sichtbare Selbstüberwindung und die Anfeuerung der Gruppe. Aber, wie so oft haben wir am Ende alle unser Ziel erreicht, ohne Ausfälle und mit nur einem nassen Bein.
Erfreut über unsere Leistung setzte sich jetzt auch die Sonne gegen die Wolken durch, so dass der weitere Tag mit entspanntem Bogenschießen und einem Teamslalom auf überdimensionalen Skiern endete.