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Hybride Projektführung – Projektanforderungen und Komplexitäten meistern

Agil oder klassischer Wasserfall? Kein Projektmanagement-Thema wurde in der letzten Zeit heftiger und kontroverser diskutiert. Wir sind der Meinung, diese Diskussion sollte nicht dogmatisch geführt werden.  Jedes Projekt hat spezifische Randbedingungen, Anforderungen und Restriktionen. Oftmals wird der Projektablauf von gegebenen Organisationskorsetts stark beeinflusst. Zugleich sind die vorgegebenen zeitlichen Rahmen oftmals knapp. Ebenfalls erschwerend wirken sich Projektszenarien aus, in denen mehrere organisationsübergreifende und rechtlich unabhängige Stakeholder involviert sind. Könnte, um mit allen diesen Herausforderungen fertig zu werden und den Projektverlauf zum erfolgreichen Abschluss zu führe, auch ein methodisches „sowohl als auch“ zielführend sein?

 

Wir haben uns ausführlich mit den aktuellen Forschungserkenntnissen zu hybriden Projektmanagementmethoden und Vorgehensmodellen im Projektmanagement auseinandergesetzt und im Rahmen der Konferenz zur Projektmanagement und Vorgehensmodelle „PVM2015“ einen Beitrag eingereicht, der den Forschungsstand zum hybriden Projektmanagement zusammenfasst. Überraschend war hierbei die Erkenntnis, dass sich weder die Unternehmen, noch die Forschung darüber einig sind, wo das hybride Vorgehen eingeordnet werden soll. Manche Quellen besagen, dass das hybride Vorgehen in einem Projekt nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zum vollkommen agilen Vorgehen darstellt. Andere Quellen behaupten, dass das agile Vorgehen vielen Anforderungen bzgl. der Projektdokumentation und Compliance Richtlinien der Großkonzerne einfach nicht gerecht wird und deshalb durch klassische Projektsteuerungsmerkmale ergänzt werden muss. Diese Mischform beim Vorgehen finden wir, in bestimmten Konstellationen,  ebenfalls sehr hilfreich. Im Rahmen des Beitrags haben wir analysiert, wie Unternehmen in komplexen Strukturen vorgehen und sind zu durchaus interessanten Erkenntnissen gelangt. Bei IT-Projekten kann es sinnvoll sein, abhängig vom Reifegrad überwiegend agil anzufangen und zum Projektabschluss mehr auf klassische Projektsteuerungsmethoden zurückzugreifen. Aus der Top-Down Sicht kann es sinnvoll sein komplexe Projekte in Teilprojekte aufzuteilen, welche agil ablaufen, während das Gesamtprojekt mit klassischen Methoden gesteuert wird. Es gibt also viele verschiedene Möglichkeiten ein Projekt hybrid zu steuern. Ergebnisse der Literaturanalyse haben gezeigt, dass vor allem in Großunternehmen hybrides Vorgehen durchaus verbreitet ist.  Zudem sollte die Notwendigkeit der agilen Werkzeuge immer im Kontext des jeweiligen Projekts verwendet werden – nicht immer können z.B. Tools wie Burn-Down-Charts die Sicht auf den Projektverlauf erleichtern. Generell gilt, dass agile Methoden nicht nur mit Scrum gleichzusetzen sind. Auch andere agile Methoden, wie z.B. das Extreme Programming, haben durchaus ihre Berechtigung.

 

Generell sollten hybride Vorgehensmodelle im Projektmanagement nicht auf das „cherry picking“ reduzieren werden. Abhängig von der Projektdauer, Aufgabenkomplexität, der Organisationsform und der Anzahl externer Stakeholder im Projekt muss vielmehr das passende Vorgehensmodell gewählt werden.

 

Die theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik hat unser Verständnis bei abilex, sowie das Gesamtwissen über Projektmanagement deutlich gestärkt. Dieses Wissen geben wir gerne weiter indem wir bei der Wahl des richtigen Vorgehensmodells in ihrem Projekt unterstützen.

Autor: Dimitri Petrik

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